Imaginative Verfahren

Fantasiereisen / imaginative Verfahren


Fantasiereisen / imaginative Verfahren
Fantasie, Märchen-, oder Traumreisen sind imaginative Verfahren. Sie können als Entspannungsverfahren therapeutisch wirken und werden von einem Sprecher vorgelesen oder erzählt. Ein tiefer Ruhe- und Erholungszustand wird durch eine entspannte Körperposition (auf dem Rücken liegend mit geschlossenen Augen), die Zuwendung durch den Sprecher sowie die Hinwendung auf die meist als angenehm erlebten Bilder in der eigenen Fantasie erzielt. Durch einen herabgesetzten Muskeltonus kommt es zu einer körperlich-seelischen Entspannung. Der Zuhörer stellt sich innere Bilder zu den Texten vor, in die möglichst viele angenehme Sinneseindrücke eingebaut sind.
Hast du nicht auch schon mal davon geträumt, ohne Geld und Zeitaufwand an ferne Orte reisen zu können? Im Meer zu baden oder einen Spaziergang im Wald zu unternehmen, ohne vor die Tür zu gehen? Alles kein Problem, eine Fantasiereise kann dir dabei helfen. Sie läßt sich wunderbar in den Alltag integrieren und kann dir Entspannung verschaffen. Doch was ist eine Fantasiereise überhaupt.

Definition
Fantasiereisen, auch Traumreisen genannt, zählen als geführte Assoziationen zu den imaginativen Verfahren. Es sind fantasievolle und -anregende Geschichten zum Träumen und Entspannen. Der Zuhörer wird eingeladen, seine Konzentration nach innen zu lenken, sich auf eine geführte Reise zu begeben und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Dies kann und soll zu positiven Gedanken und Gefühlen führen. Die beruhigende Hintergrundmusk, häufig mit Naturgeräuschen wie Meeresrauschen oder ähnlichem, trägt zusätzlich zu einer entspannenden Wirkung bei.

Wirkung von Fantasiereisen
Eine Fantasiereise kann ohne langwierige und umständliche Vorbereitungen durchgeführt werden und sich somit ideal für zwischendurch. In der Regel werden diese Reisen entweder von einem Sprecher vorgelesen, oder mithilfe einer CD abgespielt. Damit Fantasiereisen eine optimale Wirkung erzielen können, werden nur wenige Worte verwendet, um dem Hörer möglichst viel Interpretationsspielraum zu lassen. Es sind viele positive Sinneseindrücke eingearbeitet. Diese fördern bei jedem Menschen innere Bilder zutage, die aus einer Vielfalt von eigenen Wünschen, Erfahrungen und Fantasien entstehen. Daraus entsteht ein positiver Einfluss auf Körper und Geist und die Kreativität wird gefördert.


Formen der Fantasiereise
Je nach Dichte der Anleitung und dem entstehenden inneren Raum lassen sich verschiedene Steigerungsformen der Fantasiereise unterscheiden, wobei die Grenzen in der praktischen Anwendung naturgemäß nicht strikt zu ziehen sind.[1]

Fantasiegeschichten
Jede gelungene Erzählung ist insofern eine Fantasiegeschichte, als sie der eigenen Vorstellung Raum gibt. Durch Sätze wie „Stelle dir das vor!“ oder „Wie mag es dir dabei ergehen?“ wird die Identifikation mit der Geschichte gefördert. Siehe auch Storytelling.
Gelenkte Fantasiereise
Hier werden die Zuhörer bereits direkt aufgefordert, sich mit den Bildern innerlich zu verbinden und aktiv mitzugehen: „Stell dir vor, du stehst am Ufer. Du riechst die salzige Luft, das Wasser umspielt deine Füße. Gehe jetzt dem Ufer entlang und…“
Halboffene Fantasiereise
Hier wird die gelenkte Phantasiereise erweitert um Freiräume innerhalb einer streng geführten Anleitung, z. B.: „Was würdest du jetzt gerne tun? Du hast genug Zeit dazu.“
Offene Fantasiereise
Hier wird nur noch ein Gerüst vorgegeben, in dem die ersten Bilder und damit die Situation beschrieben werden. Es gibt viel Raum für innere Resonanz, die durch Grundimpulse hervorgerufen wird. Der Reisende folgt im weiteren Verlauf seinen inneren Bildern. Ein gemeinsamer Abschluss führt wieder in die Realität zurück („Schau dich nochmal um, nimm mit was du an Erfahrungen mitnehmen magst, und komm jetzt zurück in diesen Raum und öffne langsam die Augen“).
Therapeutische Fantasiereise
Durch die Arbeit mit inneren Bildern und Imagination kann therapeutische Wirkung entstehen. Der Begleiter oder Therapeut unterstützt die Annäherung an innere Bilder durch offene oder lenkende Fragen oder durch Einführen neuer Bildelemente. Dabei kann der Blick gezielt auf Teilaspekte des Bildes gelenkt und dadurch ein Thema in die Aufmerksamkeit gerückt werden („In der Wand siehst du eine Tür. Du öffnest sie und erblickst eine Treppe, die nach unten führt…“). Oft werden „mächtige Gestalten“ in die Phantasie eingeführt (alter weiser Mann, weise Frau), die auf wesentliche Lebensfragen hilfreiche Antworten geben können. Der Übergang zu Katathymem Bilderleben und zur Oberstufe des Autogenen Trainings und anderen imaginativen therapeutischen Methoden ist fließend.
Anwendungsmöglichkeiten:
Die Entspannungswirkung von Fantasiereisen wird in der Verhaltenstherapie genutzt. In der Ergotherapie werden Fantasiereisen therapeutisch eingesetzt, besonders in den Fachbereichen Pädiatrie und Psychiatrie, oft zusammen mit Elementen der Progressiven Muskelentspannung oder des Autogenen Trainings. Als Form von Meditation finden sie auch beim Yoga Anwendung, beispielsweise in der Abschlussmeditation (Dhyana) z. B. zu Chakren.

Fantasiereisen werden auch in der Pädagogik eingesetzt, beispielsweise in Kindergärten, Schulen oder der Museumspädagogik oder Religionspädagogik. Dadurch können historische Ereignisse oder fremde Kulturen besonders lebendig erlebt werden.

Anwendungsgebiete:
ADS/ADHS
Ängste und Phobien
Konzentrationssteigerung
Pädagogik
psychosomatische Therapie
Rauchentwöhnung/Raucherentwöhnung
Rückenschmerzen
Schlafstörungen
Schmerzen
Stress
Spannungskopfschmerz
Tinnitus
Verspannungen
Zwänge
Aggressionen

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